Schichtweise zum makellosen Digital-Sound Jede MiniDisc
besteht aus mehreren, verschiedenen Schichten. Das
Polycarbonat-Substrat (1) ist die Trägerschicht. Sie
verleiht der MiniDisc ihre Stabilität und bildet die
robuste Grundlage für alle weiteren Beschichtungen.
Außerdem ist sie mit einer ein gepreßten Vorspur |  |
versehen, in der Adreß-Daten zur Identifikation der
MiniDisc gespeichert sind. Zwischen der zweilagigen
di-elektrischen Schicht (2) eingebettet befindet sich
die magnetooptische Schicht (3) – hier wird die digitale
Musikinformation gespeichert oder gelesen. Darüber sind
eine reflektierende (4) sowie eine schützende (5)
Schicht angeordnet. |
Ordnung ist der halbe Spaß Zur Mitte der MiniDisc hin legt
diese ihr laufend aktualisiertes Inhaltsverzeichnis an.
Diese TOC, Table Of Contents, erlaubt es dem
MiniDisc-System, die Reihenfolge der einzelnen
Musikstücke auf der Scheibe zu speichern und sie in
Bruchteilen von |  | Sekunden gezielt zu finden. Dadurch wird
es auch möglich, die Titel in beliebiger Reihenfolge
abzuspielen oder zu überspringen. Die TOC dient ferner
dazu, die Aufnahmekapazität der MiniDisc optimal zu
nutzen: jeder wieder gelöschte Part und alle noch nicht
benutzten Bereiche der Scheibe sind der TOC bekannt und
stehen für die Aufnahme zur Verfügung. Bei jeder
Neuaufnahme wird das aktualisierte Inhaltsverzeichnis
der MiniDisc in der TOC gespeichert. Zum Beispiel auch
Titel und Interpreten, die über das MD-Gerät eingegeben
werden können und dann beim Abspielen auf dem Display
erscheinen. |
Ein Laser – drei Funktionen: Löschen,
Aufnehmen, Abspielen. Das eigentlich
innovative an der MiniDisc ist die Tatsache, daß die
Lasertechnologie für digitalen Sound das Löschen und die
Neuaufnahme möglich macht. Während der Laser bei der CD nur
abtastet, löscht er bei der MD die magnetooptische Schicht und
bereitet diese für den Aufnahmekopf zur Speicherung der neuen
Musikinformationen vor. Das gilt allerdings nur für die
bespielbare Magneto-optische MiniDisc. Alle MDs, die beim Kauf
bereits bespielt sind, werden nach dem rein optischen
Verfahren wie bei der CD abgetastet. Diese Scheiben lassen
sich nicht überspielen. Wer zügig aufnimmt, kann schneller
hören
Speziell für die MiniDisc hat Sony die
Direktaufzeichnungstechnik, eine spezielle Magnetfeld-
Modulation, entwickelt. Damit können Musik-Signale gespeichert
werden, ohne daß bereits aufgenommene Stücke extra gelöscht
werden müssen: am Anfang ist ja auf der unbespielten
MiniDisc noch nichts gespeichert. Aber im Laufe der Zeit kommt
Stück für Stück hinzu. Wenn dann bereits bespielte Bereiche
der MD mit neuen Titeln überspielt werden sollen, dann geht
das ohne vorheriges Löschen. Denn die
Direktaufzeichnungstechnik erledigt Löschen und Aufnehmen in
einem. Wie funktioniert denn die magneto-optische Aufzeichnung?
Die magnetische Schicht der bespielbaren MiniDisc wird bei der Aufnahme durch den Laser mit ca.5 Milliwatt Energie erwärmt. Dadurch verliert diese Schicht für kurze Zeit ihren Magnetismus und kann währenddessen durch andere magnetische Informationen neu ausgerichtet werden. Das übernimmt der magnetische Aufnahmekopf, der sich auf der anderen |  | Seite der MiniDisc befindet und der vom Laser erwärmten Stelle gegenüberliegt. Der Aufnahmekopf wirkt mit einem neuen Magnetfeld auf den entmagnetisierten Bereich der MD ein und plaziert dort die neuen Musikinformationen. Durch die Drehung der Disc sinkt die Temperatur an dieser Stelle wieder ab und behält ihre geänderte Magnetisierung bei - solange, bis sie von einer erneuten Aufnahme geändert wird. |
Und was passiert beim Abspielen der MiniDisc ?
Bei der Wiedergabe tastet der Laser mit ca. 0,5 Milliwatt Energie die magnetische Schicht der MiniDisc ab. Deren Magnetfelder ändern die Polarisationsebene des reflektierten Laserlichts. Und diese Änderungen wandelt ein spezieller Detektor in die digitalen Musik-lnformationen.0" und "1" um, die dann elektronisch weiter- verarbeitet und zu hörbarer Musik aufbereitet werden. Bei der bespielbaren MiniDisc tastet der Laser also Magnetfelder ab; bei der bespielt gekauften MD liest er rein optische Informationen wie bei der CD.
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